zurueck                                                                                                                                                                                                            Stand 18.01.2017
Astronomie  Gerhard Neininger

Aufnahmetechnik

mit dem Ziel eines automatischen Ablaufs der Astrofotografie  




hier moechte ich Laien oder interessierten Astronomie- Einsteigern den Weg zu einem Astrobild nahebringen

das Ziel soll ein aestetisches Bild sein!

bei der Auswahl des Objektes gehe ich behutsam vor, dabei versuche ich dass:

  • das Objekt mit seinem Umfeld dargestellt wird
  • das Objekt mit einem Nachbarobjekt, (wenn moeglich ein verschiedenes Objekt) dargestellt wird
  • die Kamera richtig zu den Objekten gedreht ist

je nach Groesse des zu fotografierenden Objekts lege ich fest, mit welcher Brennweite ich fotografiere,
   dazu kann ich mir in der Planetariumsoftware Guide einen Rahmen mit der jeweiligen Brennweite einblenden lassen


-  welche Kamera:

fuer Planeten o. Details auf dem Mond:

  • Industriekamera DMK 31AU03.AS USB mit Filterrad und Lumicon-LRGB-Filtersatz,
  • oder neu  ZWO Kamera ASI 120MC Color, Chipgroesse 4,8 x 3,6 mm, Aufloesung 1280X960, 30FPS, Pixelgroesse 3,75 Ám
  • Spiegelreflexkamera Canon EOS 40D astromodifiziert mit OWB-Clip-Filter
Astro Kameras fuer die deep-sky-Objekte:
  • Astro CCD Camera G2-8300 tiefgekuehlt Moravian Instruments mit integriertem Filterrad, Filter L-RGB, 12nm-Ha
  • astromodifizierte Spiegelreflexkamera Canon EOS 40D, verwende ich fast nichtmehr

-  welches Filter:

  • EOS Einlegefilter: Astronomik CLS (bei der 40D)
  • EOS Einlegefilter: IDAS LP2 FF      (bei der 40D)
  • bei Sonne unbedingt Sonnenfilter!!!

 
-
  welches Teleskop:

  • Brennweiten von     18 - 280   mm  Fotoobjektive ohne Teleskop bei Widefieldaufnahmen
  • Brennweiten von   385 - 670   mm Teleskop TMB 80/480
  • Brennweiten von   770 - 1078 mm Teleskop WO-FLT-110/770 Triplet APO-TMB Design
  • Brennweiten von 1350 - 2000 mm Teleskop C8-Edge
    wobei ich mit diversen Adaptern die Brennweite des Teleskops bis zu 8-fach verlaengern kann


-  Standort:

habe die Ausruestung in Koffer verpackt und so umgebaut, dass ich auch im Gelaende fotografieren kann,
einen Laptop (nur fuer Astro), die Motorsteuerung und die Taukappenheizung versorge ich ueber zwei zusaetzliche Autobatterien,
dies ist jedoch im Winter bei Minustemeraturen nicht so lustig, weshalb ich meistens vom Balkon aus fotografiere,
ich beschraenke mich dann eben auf Objekte im Zenit, wodurch ich die interessanten, sich je nach Jahreszeit aendernen Objekte die auf der Ekliptik liegen (z.B. meine Lieblingsobjekte , wie z.B. Orion- und Pferdekopfnebel) nicht oder nur sehr kurz "erwische", was fuer gute Langzeitbelichtungen leider nicht ausreicht!



-  Aufbau des Teleskop's:

 Stativ mit Hilfe des Kompass genau nach Norden ausrichten und Stativplatte waagrecht justieren
 
Kabel verlegen:

 fuer die beiden Motoren der Montierung ,
 fuer die Kamera die den Leitstern aufnimmt,
 sowie der Astrokamera
 zum Laptop,

 bei Eintritt der Dunkelheit richte ich die Montierung mit Hilfe des Polarsuchers, welches in der Montierung eingebaut ist,
 exakt auf den Nordpol, welcher sich in der Naehe des Polarsterns befindet,
 dabei wird der genaue Standort, Datum und Uhrzeit beachtet
 
 nach Auskuehlen der Anlage (Abkuehlzeit mind. 1-2 Stunden)
schalte ich die Nachfuehrung an der Motorsteuerung ein,
 bewege das Teleskop
auf einen hellen Stern in Zenitnaehe den ich im Leuchtpunktsucher  einstelle,
 nun zentriere ich diesen Stern im Zetrum der Aufnahmekamera und stelle scharf,
 die Scharfstellung der Kamera ist einer der wichtigsten Schluessel zu einer guten Astroaufnahme!
 bei der EOS 40d habe ich den Vorteil des Livevue, - am Kamerabildschirm kann ich mir den Stern in 10-facher
 Vergoesserung anzeigen lassen,
 
(frueher bei der EOS 30d benutzte ich einen Winkelsucher mit 2,5-facher Vergroesserung, was schwierig war)
 
ebenso wichtig
zum Scharfstellen ist ein feinfuehliger Okularauszug am Teleskop, damit man den Fokus im
 1/100 mm- Bereich genau trifft!

-  nun richte ich das Teleskop auf einen hellen Stern in der Naehe des zu fotografierenden Objekts

-
  diese Position uebernehme ich in der Software Guide 8 oder Card de Ciel und steuere aus dieser Software das Teleskop auf
   das gewuenschte Objekt und erstelle eine Probeaufnahme um zu pruefen, ob sich das Objekt in Bildmitte befindet

-  nun suche ich einen Leitstern

seit neuestem am Offaxisguieder OAG                                                                       oder im verstellbaren Leitrohr

das Leitrohr verwende ich nur noch,
wenn ich kein OAG anbringen kann, z.B. an der EOS mit Objektiv
die Nachfuehrung mit OAG ist genauer,
- weniger Komponenten, bessere mechanische Kopplung

seit ich die ZWO- oder DMK 31 benutze, habe ich meist schon ein-
oder mehrere Leitsterne auf dem Bildschirm,
andernfalls verstelle ich den OAG
bis ich auf dem Smartphone* den Leitstern sehe

* (mit dem kostenlosen Programm TeamViewer
kann ich das Notbook ueber WLan mit dem Laptop
aus dem warmen Wohnimmer, oder neuerdings mit
dem Smartphone auch uebers Internet von jedem Ort aus steuern,
so stelle am Teleskop scharf und sehe das Ergebnis am Smartphone)

nur in Ausnahme, wenn keinen Leitstern finde,
verwende ich ein beleuchtetes Fadenkreuzokular                               

                                                                                                                   
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-  nun geht’s wieder an den Laptop wo in der Autoguiding- Software- PHD Guiding 2 der Leitstern von der ZWO-Kamera
   aufgenommen und angezeigt wird und als Referenzpunkt festgelegt wird,
PHD Guidung 2 erkennt nun jede Abweichung
   vom diesem Sollwert - sendet ein Korrektursignal an die Motorsteuerung
   welche die Motoren am Teleskop in beide Richtungen relativ genau nachfuehrt,
   von nun ab laeuft die Nachfuehrung vollautomatisch ab, was man Autoguiding nennt


-> Autoguidung ist der Begriff fuer selbststaendige Nachfuehrung des Teleskops auf ein Objekt!

PHD-Guiding                                                  Astrokamera Moravian G2

guiding
am 04.03.2013


dieses alles laeuft nun vollautomatisch ab,
ich muss nur noch ueberwachen, dass 
kein Teil des Teleskops oder der Kamera irgendwo anschlaegt

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alter Stand, frueher noch mit Guidemaster
und der Spiegelreflexkamera Canon EOS 40D astromodifiziert


rechts unten im Bild erkennt man das sehr genaue Guiding (die Punkte in dem
   inneren Kreis mit einem Fehler von << 3 Bogensekunden,
und das ohne einen einzigen Ausreisser!)

guiding

-  nun starte ich die EOS Spiegelreflexkamera mit der (links im Bild) von Peter Knappert selbst entwickelten DSLR-Timer Software
   mit folgenden Funktionen:
       die EOS wird ueber eine PCMCIA- parallele Schnittstelle (LPT1)
       und eine von mir selbsterstellten Schnittstelle (im 25-poligen LPT-Stecker mit Optokoppler und Leuchtdioden) ueber ein Kabel 
       ausgeloest, wobei zuerst der Spiegel der EOS hochgeklappt wird, einige Sekunden gewartet wird, bis das Teleskop sich von
       der Erschuetterung beruhigt hat, dann erst wird die eingestellte Zeit belichtet, nach der Belichtung wird ein kamerainterner
       Dunkelabzug zur Rauschunterdrueckung durchgefuehrt, dies wird solange wiederholt, bis die eingestellte Anzahl der Bilder
       abgearbeitet ist

die Ladekapazitaet der Batterien im Batteriepack der EOS betraegt bis zu 5 Stunden!


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