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  Nordamerikanebel NGC 7000 mit "Great Wall"
im Sternbild
Schwan vom 09.07.2010
.
(TMB Apo ø 80/480, EOS 40d 7x12 min)

Ausschnitt der noerdlichen Milchstraße im Sternbild Schwan mit dem groessten Emissionsnebel
am noerdlichen Sternhimmel, dem Nordamerikanebel NGC 7000 mit einer
Winkelausdehnung von 120′ × 100′
dieser Emissionsnebel strahlt im roten H-Alpha Licht, rechts ist die "Great Wall" zu sehen.

NGC 7000 habe ich bereits am 10.06.2008 und am 16.07.2007 aufgenommen


Freitagabend wollte ich mit Peter Knappert zu unserer dritten gemeinsamen Beobachtungsnacht im Hochschwarzwald bei Waldau zum Astrofotografieren. Obwohl es den ganzen Abend bewölkt war, beschlossen wir um 21 Uhr auf gut Glück doch zufahren. Als wir ankamen war der Himmel immer noch dicht und wir ließen unsere Ausrüstung im Auto:-(

Es waren einige Mitglieder der Modellfluggruppe Vöhrenbach auf dem Platz, einer von Ihnen zeigte uns mit einem ca. 1m großen Flugmodell mit Elektroantrieb und farbiger LED-Beleuchtung eine Kostprobe seines Könnens. Ich war begeistert, wie er in der Nacht dieses Gerät beherrschte, er flog große Runden viele Turns und Loopings und landete das Modell auf einem sehr schmalen Schotterweg vor unseren Füssen, mein Respekt.

Gegen Mitternacht klarte es im Zenit etwas auf und ich entschloss mich als erster aufzubauen. Eigentlich wollte ich die südliche Milchstraße mit dem Fotoobjektiv mit 70mm fotografieren, da ich dies in Spaichingen nicht kann. Da aber nur der Zenit frei war, stellte ich auf den Nordamerikanebel ein. Den hatte ich zwar schon zweimal aufgenommen, aber die Qualität sollte inzwischen doch besser sein, wie vor zwei Jahren. So startete ich meine Aufnahmen…

Peter Knappert stellte auf die Schildwolke mit M11 ein, welche ich vor einem Monat hier aufgenommen habe. Durch seinen, etwas späteren Beginn war diese Stelle in halber Höhe bereits frei.

Bei der zweiten Aufnahme stellte ich fest, dass der Himmel immer mehr frei wurde und nun die südliche Milchstraße doch zum Vorschein kam, da konnte ich aber nicht mehr umbauen, das hätte zu lange gedauert und ich hätte zum Schluss Garnichts gehabt.

Volker beobachtete mit seinem 6" Newton den Nachthimmel, er hatte eine Sternkarte und eine rote Mini-LED-Lampe und fuhr manuell von Stern zu Stern und beobachtete sehr viele Objekte, - das ist noch „echte Astronomie“ ohne Computer:-)

Andreas und Helmut beobachteten mit Ihren auf Stativ montierten Ferngläsern und ich konnte auch da einige schöne Objekte sehen.

Es war eine selten milde Sommernacht, ich habe erst um 2 Uhr die Jacke angezogen, nachdem ich eine halbe Stunde auf dem Liegestuhl lag und mit meinem Fernglas den Nachthimmel durchforstete.

Andreas möchte eine neue Kamera kaufen und diskutierte ausgiebig mit Peter.
Um ca.3 Uhr sagte Peter zu mir, gib mal deine 30d, dann zeige ich, wie man ein schnelles Astrobild erstellt, er stellte kurz die Daten ein, hielt die Kamera auf das Autodach und belichtete ca 1,5 min, dabei entstand ein wunderbares Bild mit einem Baum und darüber die Milchstraße, siehe hier: Bild

Um 3 Uhr brachen wir unsere Aufnahmen wegen der eintretenden Dämmerung ab, ich hatte sieben Aufnahme erstellt, für ein gutes Astrobild sollten es eigentlich doppelt so viel sein.
Nun ging’s an den Abbau, dann fuhren wir zurück.

Unterwegs sahen wir noch die aufgehende sehr schmalen Mondsichel, ein gigantischer Anblick,
so wollte ich sie schon 20 Jahre lang fotografieren……

… obwohl sich der Morgenhimmel schon stark erhellte, baute ich um 5 Uhr noch mein Fotostativ auf den Balkon auf,
erstellte einige Aufnahmen, so entstand noch eine einigermaßen schöne Aufnahme, siehe hier: Bild

Gegen 5:30 Uhr ging’s dann ins Bett, konnte aber vor lauter….. nicht gleich einschlafen.

Es war wieder ein tolles Erlebnis und hat sich, trotz der jeweils fast zwei Stunden langen Fahrt von 110 km hin- und zurück, gelohnt!




Aufnahme:   

- Ort: Waldau Hochschwarzwald, 1100 m Hoehe

- Datum: 09 auf 10. Juli 2010 0:35 - 3:20 MESZ, Seeing: sehr gut

- Optik: Refraktor TMB Apo ø 80/480 + TMB-WO-Flattner -> Brennweite 480 mm
auf GP-D2-Montierung

- Kamera:
EOS 40D (modifiziert) , Farbtemperatur 5100K, Filter IDAS-LP2-FF, Timer Software (Peter Knappert)

- Belichtungszeit: 72 min bestehend aus nur 7 Aufnahmen a 12 min, ISO 800,
interner Dark, => Ausloesezeit = 2h 24min
+ 6 Flats

- Nachfuehrung: OAG, DMK31 und Guidemaster

- Bildbearbeitung:
- gestackt in DeepSkyStacker 3.2.1
- bearbeitet in PS CS2, Neat-Image, Fitswork


weitere Info aus dem Internet zu NGC7000